Sie sind hier: Willkommen » Wir als Ihr Partner » für Teenager und Jugendliche » Jugendberufshilfe
Im Rahmen der Jugendberufshilfe bietet die Fachgruppe DRK-Jugendhof ein breites Spektrum an Lehrgängen, Maßnahmen und Projekten an. Für diese Angebote werden die vielfältigen Mittel der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Kommunen, des Landes, Bundes, der Europäischen Union und verschiedensten Stiftungen eingesetzt.
Zielgruppe der Angebote sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben. Ferner werden die differenzierten Maßnahmen für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sowie für Jugendliche mit Migrationshintergrund durchgeführt.
Durch die Kombination aus sinnvoller Beschäftigung und individueller Beratung einerseits sowie sozialer, schulischer und beruflicher Qualifizierung anderseits erhalten die jungen Menschen die Möglichkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Dieser Ansatz wird seit 1998 am DRK-Jugendhof unter anderem mit dem Projekt „Ginkgo“ durchgeführt. Was ursprünglich als Bundesmodellprojekt begann, ist heute eine anerkannte Institution im Kreis Borken. Durch die einmalige Kombination aus Beschäftigung und Qualifizierung, ergänzt durch die Möglichkeit zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses, erhalten sozial benachteiligte Jugendliche/junge Erwachsene mit „Ginkgo“ seit 10 Jahren die Möglichkeit ihre Chancen zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Dabei werden sie während der gesamten Zeit von erfahrenen pädagogischen Mitarbeiter/innen sozial begleitet und unterstützt.
Der Projektname Ginkgo ist von dem Ginkgobaum abgeleitet. Dieser ist weltweit der letzte überlebende Vertreter einer vor 250 Mio. Jahren im Zuge der Eiszeit ausgestorbenen Pflanzenwelt. Resistenz, Ausdauer und Zähigkeit zeichnen den Ginkgobaum aus. Mit dem Projekt Ginkgo soll gerade auch arbeitslosen Jugendlichen/jungen Erwachsenen etwas von diese Eigenschaften vermittelt werden, damit auch sie eine erfolgreiche Zukunft haben.
Die Erfahrungen aus dem Modellprojekt wurden im Laufe der Jahre immer weiter modifiziert und den aktuellen arbeitsmarktlichen Entwicklungen angepasst. Die vielfältigen Lehrgänge im Rahmen der Jugendberufshilfe bestehen aus den Elementen Beschäftigung, Qualifizierung, Beratung/Betreuung und Vermittlung. Bevor diese näher dargestellt werden, soll ein persönlicher Bericht die Lebenssituation der Teilnehmer/innen in unseren Lehrgängen exemplarisch darstellen.
Bericht einer „Ginkgo“-Teilnehmerin:
„Ich bin eine junge Frau im Alter von 24 Jahren und besuche seit Juli 2007 die Maßnahme Ginkgo, eine einjährige Maßnahme des DRK.
Ich habe damals in der Schule meinen Hauptschulabschluss aufgrund meiner schlechten Noten nicht geschafft und hinterher auch keinen Ausbildungsplatz bekommen. Da sich meine Eltern kurz darauf getrennt haben und ich nicht wusste zu wem ich gehöre, habe ich beschlossen, in eine eigene Wohnung zu ziehen.
Nach meinem Einzug in die Wohnung habe ich auch eine Arbeit gefunden, in der ich zwei Jahre tätig war. Wegen „Mobbing“ des Chefs habe ich selbst gekündigt. Dann kamen ein paar Probleme, z. B. Handyrechnungen, Mietrückstände, Probleme mit den Stadtwerken, die ich nicht mehr bezahlen konnte. All das hat mich runtergezogen und ich hatte auch keine Lust, mich um diese Probleme zu kümmern. Ich war ein Jahr ohne einen festen Wohnsitz, da ich aus meiner Wohnung raus musste. Ich habe mich dann an das Amt gewendet, weil mir alles zu viel wurde, ich wollte noch einmal versuchen einen Neuanfang zu starten. Dort wurde mir von der Maßnahme Ginkgo erzählt, wo ich meinen Hauptschulabschluss machen könnte. Meine Motivation war nicht groß, da ich schon viel zu lange in meinem Arbeitslosendasein war. Ich hatte nicht gerade viel Lust darauf zu lernen, aber was bleibt mir übrig, ich muss wohl wieder klein anfangen.
Das Schlimmste sind die Probleme, die einem dabei noch im Kopf sind (Eltern, Schulden). Ich habe auch eine Zeit lang versucht, meinen Problemen mit Drogen aus dem Weg zu gehen, was dadurch aber wohl noch schlimmer wurde! Ich brauche etwas, woran ich mich halten kann, eine neue Perspektive. Also habe ich das Angebot angenommen meinen Hauptschulabschluss nachzuholen, ich habe im Juni 2007 damit begonnen. Es gefällt wir sehr gut, da wir morgens Schule haben und nachmittags praktisch tätig sind.“
Beschäftigung
Um die Jugendlichen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, ist es wichtig, dass sie über praktische Arbeitserfahrungen eine realistische Berufsorientierung erwerben. Diese können sie am DRK-Jugendhof in verschiedenen Berufsfeldern entwickeln. Zurzeit sind das: Garten-/Landschaftsbau, Holz/Baunebengewerbe, Gastronomie/Hauswirtschaft, Verkauf/Verwaltung. In allen genannten Berufsfeldern werden die Jugendlichen von erfahrenen, qualifizierten Anleiter/innen bei der Arbeit begleitet. Hierbei üben die Jugendlichen immer wieder die Erledigung von Arbeitsaufträgen ein und lernen so, Aufträge anhand sinnvoller und ökonomischer Arbeitsschritte auszuführen. Zudem erwerben die Jugendlichen eine fundierte Einschätzung darüber, welche Arbeiten Ihnen Spaß machen. Stärken und Schwächen werden deutlich und können als Ausgangspunkt für weitere Schritte in Richtung Arbeitsmarktintegration genutzt werden.
Soziale, schulische und berufliche Qualifizierung
Soziale Qualifizierung
Der Erwerb von Schlüsselqualifikationen ist neben der fachlichen Qualifikation ein wachsendes Erfordernis der Arbeitswelt. Die Vermittlung dieser Qualifikationen erfolgt begleitend zur täglichen gemeinsamen Arbeit in den Gewerken. Im Austausch über Probleme/Schwierigkeiten bei der Bewältigung von konkreten Arbeitsanforderungen werden grundlegende Mängel im Arbeitsverhalten sichtbar gemacht. Im Umgang mit den An-leiter/innen und anderen Teilnehmer/innen kann für die jeweiligen Situationen ein angemessenes Verhalten am Arbeitsplatz besprochen und eingeübt werden. Weiterhin erfolgt die soziale Qualifizierung im Rahmen von kontinuierlichen Gruppenangeboten, bei denen vor allem Kommunikation und Kooperation am Arbeits-platz im Vordergrund stehen.
Darüber hinaus werden folgende Themen bearbeitet:
Schulische Qualifizierung
Die schulische Qualifizierung bietet die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 (Sekundarstufe I) zu erwerben. In 12 Monaten bereiten sich die Jugendlichen auf den nachträglichen Erwerb des Abschlusses vor. Erfahrene Dozenten/innen vermitteln den Teilnehmer/innen Grundwissen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Erdkunde, Biologie, Geschichte/Politik, Hauswirtschaft, Wirtschaft/Soziales.
Die Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss führt die Fachgruppe seit 1991 durch. Rund 90 Prozent der angemeldeten Jugendlichen haben den Abschluss seit dem erfolgreich erworben.
Berufliche Qualifizierung
Im Rahmen der beruflichen Qualifizierung können die Jugendlichen fachliche Grundfertigkeiten auf Grundlage von anerkannten Qualifizierungsbausteinen nach der Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung – BAVBVO erwerben. Diese Qualifizierungsbausteine sind durch die zuständigen Kammern anerkannt und auf die betrieblichen Bedürfnisse sowie die Möglichkeiten der Jugendlichen abgestimmt.
Betreuung/Beratung
Flankiert werden die verschiedenen Elemente durch eine sozialpädagogische Begleitung, die im Rahmen individueller Förderpläne persönliche Problematiken bearbeitet und zusammen mit den Jugendlichen/jungen Erwachsenen eine berufliche Perspektive entwickelt.
Vermittlung
Ziel aller Qualifizierungen ist die Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt bzw. die Vermittlung einer Anschlussperspektive.
Für die Vermittlung auf den freien Arbeitsmarkt werden vielfältige Betriebskontakte genutzt. Das Vermittlungsbüro der DRK-SAB verfügt über rund 250 Betriebskontakte in der Region.
Neben der Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung werden die Betriebskontakte auch dafür genutzt, um die Jugendlichen in ein Praktikum zu vermitteln. Das Praktikum bietet eine zusätzliche Möglichkeit betriebliche Realität kennen zulernen. Diese Betriebe werden individuell für jeden Einzelnen ausgesucht, um eine hohe Homogenität zwischen Betrieb und Praktikanten zu erreichen.
Mit diesen kombinierten, zum Teil ineinander greifenden Elementen wird zur Erlangung der Ausbildungs- bzw. Arbeitsfähigkeit der Jugendlichen beigetragen und so eine Integration in die Gesellschaft ermöglicht.
Zurzeit werden neben dem Projekt Ginkgo folgende Maßnahmen im Rahmen der Jugendberufshilfe angeboten:
Werkstattjahr
Das Werkstattjahr richtet sich an berufsschulpflichtige, motivierte Jugendliche, die bisher noch keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Die Jugendlichen nehmen am Unterricht des Berufskollegs teil und werden z. B. in den Berufsfeldern Einzelhandel sowie Garten-/Landschaftsbau theoretisch und praktisch qualifiziert. Über längerfristige betriebliche Praktika sollen Jugendliche ein Berufsfeld vertieft kennen lernen. Als Ansprechpartner/in für potenzielle Schwierigkeiten steht dem Jugendlichen während der gesamten Maß-nahme ein/e pädagogische/r Mitarbeiter/in zur Seite.
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme
Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) wird im grünen Bereich und in Kooperation mit anderen Bildungsträgern der Region angeboten. Zielgruppe dieses Lehrgangs sind Schulabgänger/innen von Lernbehinderten- und Hauptschulen, die noch nicht ausbildungs- bzw. arbeitsfähig sind.
Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme soll auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten bzw. der beruflichen Eingliederung dienen.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu überprüfen, um sich im Spektrum der vielfältigen Ausbildungsberufe zu orientieren und eine Berufswahlentscheidung zu treffen. Weiterhin sollen die Teilnehmer/innen die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Aufnahme einer Ausbildung oder einer Beschäftigung erwerben.
Jugend in Arbeit plus
Dieses Angebot richtet sich an junge Erwachsene bis 25 Jahre mit und ohne Ausbildung, die länger als sechs Monate arbeitslos sind und/oder mindestens ein zusätzliches Vermittlungshemmnis aufweisen. In Kooperation mit der Arbeitsagentur, dem Service Punkt Arbeit und den Kammern werden die jungen Erwachsenen von der zuständigen Beratungsfachkraft beim DRK-Jugendhof in persönlichen und beruflichen Fragen beraten, im Bewerbungsverfahren unterstützt hin zu einem geförderten Beschäftigungsverhältnis. Auch während der einjährigen Beschäftigung steht ihnen die Beratungsfachkraft weiterhin aktiv als Ansprechpartner/in zur Verfügung und begleitet sie durch regelmäßige Gesprächskontakte.
Impulse
Impulse ist ein Beratungsangebot im Rahmen der SGBII-Leistungen. Das Projekt Impulse bietet unter anderem jungen Menschen in schwierigen Krisensituationen eine zusätzliche Unterstützung und Beratung. Hierbei werden folgende Zielsetzungen verfolgt:
Entwicklung, Erhaltung und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
Stabilisierung und Reaktivierung vorhandener Ressourcen
Abbau von Belastungsfaktoren
Schaffung eines niederschwelligen und mobilen Beratungsangebotes
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Ausbildungsprogramm
Mit dem Ausbildungsprogramm hat das Land Nordrhein-Westfalen zusätzliche Ausbildungskapazitäten geschaffen. Das Programm richtet sich an Jugendliche, die im Rahmen des Ausbildungskonsenses keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Mindestens 36 Prozent der Ausbildung findet im Betrieb statt. Dabei wird eine kontinuierliche Begleitung durch die pädagogischen Mitarbeiter/innen gewährleistet.
Die DRK-SAB bildet zurzeit Jugendliche als Bürokaufmann/Bürokaufrau aus.
Das Deutsches Rote Kreuz als Arbeitgeber - unsere aktuellen Stellenangebote finden Sie hier.
Wir bieten Ihnen in unserem Integrationsbetrieb einen täglich wechselnden Mittagstisch. Den Wochenplan finden Sie
hier
![]()
Was ist der Fahrdienst für Menschen mit Behinderung?
mehr Infos
Wellcome - wir helfen jungen Müttern - helfen Sie uns helfen
Borken dritter Standort im Münsterland
- mehr Infos
Rotkreuz-Oase - Eine Oase für Kinder mit Handicap mehr Infos
