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Kreisverband Borken e.V. Röntgenstr. 6 46325 Borken Telefon 02861 8029-0 Telefax 02861 8029-115

Jugendhilfe und Schule

Die Fachgruppe DRK-Jugendhof hat im Jahr 2004 verstärkt damit begonnen, an Hauptschulen zunächst im Rahmen des Übergangs Schule – Beruf präventiv zu arbeiten.
Durch das Bundesmodellprojekt „ABS“ – Ausbildungsorientierte Beratung und Begleitung in Schule“ konnte eine ausbildungsorientierte Schulsozialarbeit entwickelt und aufgebaut werden. Ausgehend von diesen Erfahrungen wurde die Kooperation mit weiteren Schulen im Kreis Borken intensiviert. Neben dem Übergang Schule – Beruf bietet die Fachgruppe auch eine allgemeine Schulsozialarbeit an.


Allgemeine Schulsozialarbeit

Der DRK-Jugendhof ist zurzeit Träger der allgemeinen Schulsozialarbeit an zwei Hauptschulen im Kreis Borken. Die Ausrichtung der Schulsozialarbeit orientiert sich am dem so genannten „Isselburger Modell“ des Kreises Borken.

Die Schulsozialarbeit verfolgt einen präventiven Ansatz und orientiert sich an und in der Lebenswelt der Schüler/innen. Es gilt also in erster Linie Schwierigkeiten zu vermeiden und im richtigen Moment Unter-stützung anzubieten und nicht erst bei bestehenden Problemen einzugreifen.

Schule ist nicht mehr nur als Lernort zu verstehen, sondern zum Lebensort geworden. Unter diesen Umständen wird klar, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur als Lernende betrachtet werden dürfen, sondern als Personen mit vielfältigen Bedürfnissen und Interessen und mit unterschiedlichen sozialen Be-zügen wahrgenommen werden sollten.

In der Schulsozialarbeit verbinden sich Jugendhilfe und Schule miteinander, d.h. die Blickwinkel, die Zielsetzungen und die Kompetenzen der Lehrer/innen fließen in die sozialpädagogische Arbeit der Schulsozialarbeiter/innen ein, wodurch eine ganzheitliche Förderung der Mädchen und Jungen entsteht. Ziel von Schulsozialarbeit ist es, die Kinder und Jugendlichen auf ein selbst bestimmtes Leben vorzubereiten und ihnen bei der positiven Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben zur Seite zu stehen.

Arbeitsbereiche von Schulsozialarbeit

  • Sozialpädagogische Einzelfallberatung der Schüler/innen
  • Sozialpädagogische Einzelfallberatung der Eltern
  • Beratung der Lehrer/innen und der Schulleitung bei sozialpädagogischen Fragestellungen
  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit und Projekte
  • Netzwerkarbeit

Fallbezogene Beratungsarbeit

Die sozialpädagogische Einzelfallhilfe für Schüler/innen und Eltern sowie die Beratung, Information und Unterstützung der Lehrkräfte mit sozialpädagogischen Hilfen und Handlungsansätzen bildet den Schwer-punkt der Schulsozialarbeit. Besondere Themenbereiche sind die Schulsituation, die familiäre Situation, die Persönlichkeitsentwicklung und das Sozialverhalten. Je nach Bedarf sind die Beratungskontakte unter-schiedlich lang angelegt.

Sozialpädagogische Gruppenarbeit

Die Kinder und Jugendlichen sollen in der Gruppe positive Erfahrungen machen, die Fähigkeit zu einem konstruktiven Austausch über Geschehenes lernen und ihre sozialen Kompetenzen erweitern. Durch das Miteinander wird gelernt, soziale Regeln einzuhal-ten, das Selbstvertrauen wird gestärkt und es entsteht ein positives Gruppengefühl. Sozialpädagogische Gruppenarbeit findet sowohl in als auch außerhalb von Schule statt, meist in Form von Projekten, die von Lehrer/innen oder Kooperationspartnern begleitet werden.

Netzwerkarbeit

Die Netzwerkarbeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Schulsozialarbeit. Durch sie ist ein frühzeitiges Eingreifen in Hilfssituationen möglich, was einen schnellen Hilfebeginn ermöglicht. Den Kindern und Jugend-lichen vermittelt die Kooperation Sicherheit. Sie können sich den oder die erste/n Ansprechpartner/in eigenständig auswählen und wissen, dass sie dort angemessene Unterstützung bekommen. Auch für die Eltern ist es eine Erleichterung, wenn die Kooperation gut funktioniert, da die Hemmschwelle ziemlich groß sein kann, sich direkt an eine Beratungsstelle zu wenden.
Schulsozialarbeit ist eine zentrale Anlaufstelle vor Ort.


Ausbildungsorientierte Schulsozialarbeit

Der DRK-Jugendhof hat in den letzten Jahren vielfältige Erfahrungen in dem Themenfeld Ausbildungs-orientierung an Schule gesammelt.

Ziel war es, eine ausbildungsorientierte Beratung und Begleitung als präventiven Ansatz im Rahmen des Übergangs, mit dem besonderem Schwerpunkt des zielgruppenspezifischen Assessments aufzubauen. Das Konzept beginnt bereits in den achten Klassen mit dem Potenzial-Assessment-Center (PAC). Ausgehend von den Ergebnissen dieses Assessments erfolgt eine individuelle Förderarbeit mit jenen Schüler/innen, welche im Hinblick auf die berufliche Orientierung einen besonderen Förderbedarf haben. Die Jugendlichen werden bis zum Verlassen der allgemeinbildenden Schule von Sozialarbeiter/innen beraten und unterstützt.
Das Konzept baut auf eine enge Kooperation innerhalb und außerhalb der Schule. Durch das Zusammen-wirken von Assessment, Förderplanarbeit, Praktikumsbegleitung und Netzwerkarbeit werden Vermittlungs-hemmnisse frühzeitig abgebaut, realistische Berufsbilder entwickelt und Ausbildungsabbrüche verhindert sowie weiterführende Hilfestellungen frühzeitig und passgenau installiert.
Ausgehend von diesen Erfahrungen wurden weitere Projekte im Rahmen der Ausbildungsorientierung um-gesetzt, so dass den Schulen ein breites Spektrum im Übergangsmanagement angeboten werden kann.

Das Potenzial-Assessment-Center (PAC) ist ein Schwerpunkt der Angebote und wird in unterschiedlichen Formen angeboten.

Die wörtliche Übersetzung des Begriffes „Potenzial-Assessment-Center (PAC)“ lautet „Einschätzungs-Zentrum“. Im PAC geht es darum, die Fähigkeiten und Potenziale einer Person zu beobachten, herauszuarbeiten und im Anschluss daran zu bewerten. Die beiden methodischen Kernpunkte des Verfahrens sind Beobachtung und Bewertung. Der DRK-Jugendhof führt die Potenzial-Assessment-Center durch, in dem sich der Fokus auf die Fähigkeiten jeder Person richtet. Ziel ist es, Potenziale zu erkennen, Fähigkeiten zu erweitern und gezielt zu nutzen.

Inhaltlich geht es im PAC darum, Aufträge zu bearbeiten, die den Anforderungen im Berufsleben nahe kommen. Hierzu werden zunächst die Arbeitsanforderungen betrachtet, um davon ausgehend gezielt Aufträge zu konzipieren, die dieseAnforderungen abbilden.


Während der Ausführung der Aufträge werden die Teilnehmer/innen von zuvor geschulten Beobachter/innen anhand festgelegter Kriterien beobachtet. Die Beobachtungen werden genau protokolliert und den Teilnehmer/innen in Form eines Feedbacks zurückgemeldet.


Es erfolgt eine nummerische Beurteilung anhand einer Notenskala. Zusätzlich wird ein Fähigkeitsprofil erstellt (qualitative Bewertung), das die Leistungen und Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer/innen während der Durchführung eines Auftrags genau beschreibt.


Am Ende des PAC werden alle Teilergebnisse zusammengestellt und ausgewertet, um einen Gesamtein-druck von den Fähigkeiten und Leistungen jeder Person zu erhalten. Diese werden in einem abschließenden Fähigkeitsprofil zusammen assend aufgeführt.


Die Ergebnisse des PAC geben somit einen Überblick über die Fähigkeiten einer Person und bieten eine gute Basis für die individuelle berufliche Orientierung. Durch das Beobachtungsverfahren im Potenzial-Assessment-Center wird eine größtmögliche Objektivität in der Beurteilung von Potenzialen gewährleistet. Ein weiteres bedeutendes Merkmal im PAC ist die Verhaltensorientierung. Durch die Ausführung unterschiedlicher Arbeitsaufträge erhalten die Teilnehmer/innen einen detaillierten Einblick in die verschie-denen Anforderungen im beruflichen Alltag und können selbst einschätzen, welcher Berufsbereich am besten ihren Fähigkeiten entspricht.

Übergangscoaching

Diana Poersch und Alexandra Dürrbaum unterstützen Hauptschüler/innen der Jahrgangsstufen 9 und 10 bei dem Übergang von Schule und Beruf.


„Selbstbewusst in die Ausbildung starten!“ heißt das Projekt, dass das DRK im Kreis Borken mit dem Partner Deutsche Bank Stiftung, an der Friedenshauptschule in Rhede und an der Paulushauptschule in Velen/Ramsdorf durchführt.
Das 3-jährige Projekt ist am 01.07.2010 gestartet.

Zielsetzung

Das Vorhaben zielt darauf ab, die beruflichen Perspektiven von benachteiligten Jugendlichen, insbesondere solchen mit Migrationshintergrund, zu erweitern:

  • Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen an beruflicher Ausbildung (Schwerpunkt Jugendliche mit Migrationshintergrund)
  • Förderung interkulturelle Kompetenz der Jugendlichen
  • Vermittlung von Kenntnissen über Aufbau und Anforderungen des Berufsbildungssystems an Eltern mit Migrationshintergrund

Methodik

  • Individuelle Begleitung und Coaching
    Die individuelle Begleitung ermöglicht, den Jugendlichen ganzheitlich mit seinen Ressourcen und seinem Umfeld wahrzunehmen.
  • Case Management
    Im Case Management werden gemeinsam mit dem Jugendlichen Ziele für die berufliche Ausbildung entwickelt und konkrete Schritte zu deren Umsetzung vereinbart.
  • Kompetenzfeststellungsverfahren
    Ein Kompetenzfeststellungsverfahren bietet die Chance, Fähigkeiten und Potenziale zu erkennen, die in der Schule nicht erfasst werden.
  • Netzwerkarbeit
    Die Netzwerkarbeit ist ebenfalls Bestandteil des Case Managements. Zur Netzwerkarbeit in diesem Projekt gehören vor allem die Schulen, die Eltern, die lokalen SGB II Träger und die Betriebe.
  • Elternarbeit
    Durch Einzelgespräche und Gruppenangebote werden die Eltern der
    Jugendlichen über das Ausbildungssystem in Deutschland informiert.
  • Spezifische Unterstützungsangebote bei der Ausbildungssuche
    Auf den individuellen Bedarf abgestimmt, erhalten die Jugendlichen Unterstützungsangebote rund um die Bewerbung, Internetrecherche, berufsrelevante Sprachkenntnis oder interkulturelle Kompetenz.
  • Betriebserkundungen
    Bei den angeleiteten Betriebserkundungen können die Jugendlichen die jeweiligen Arbeitsfelder hautnah erleben und ihre Berufswahl anhand der realen Anforderungen überprüfen.
  • Ausbildungsbegleitung
    Die Jugendlichen werden auch in der ersten Phase der Ausbildung bei Bedarf weiter geleitet, um einem vorzeitigen Abbruch entgegenzuwirken.


Diana Poersch

Friedensschule in Rhede
Büssingstr. 14
46414 Rhede
Tel.: 02872 – 926743
Email:

 

 


Alexandra Dürrbaum

Paulusschule in Velen/Ramsdorf
Paulusstr. 5-9
46342 Velen/Ramsdorf
Tel.: 02863 – 5567
Email:


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