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Kreisverband Borken e.V. Röntgenstr. 6 46325 Borken Telefon 02861 8029-0 Telefax 02861 8029-115

Jahr 2009

DRK verabschiedet langjährigen Kreisgeschäftsführer: „Bernhard Lensing hat Großes für das DRK geleistet"

Seit einem Jahr in Altersteilzeit, aber noch längst nicht im Ruhestand: Bernhard Lensing (61) ist für 22-jährige verantwortungsvolle Tätigkeit vom Kreisverband Borken des Deutschen Roten Kreuzes verabschiedet worden. Für den emsigen Diplom-Volkswirt und vormaligen Kreisgeschäftsführer beginnt vermutlich eine weitere Phase des Unruhestands: Im Herbst möchte der gebürtige Rheinländer mit Geburtsort Hüthum bei Emmerich am Rhein und seit langem in Borken-Gemen beheimatete Familienvater als „Senior Expert Service“ (SES) seine Erfahrung in Moldawien und auch in europäischen Fragen für das Rotkreuz einbringen.

Bernhard Lensing wollte keine große Verabschiedungszeremonie. „Die soziale Arbeit steht im Mittelpunkt, nicht ich.“ Während der Eröffnungsfeier des neuen Rotkreuz-Zentrums an der Röntgenstraße in Borken würdigten der Vorsitzende des Präsidiums, Dr. Klaus-Peter Schulz-Gadow, und Ehrenvorsitzender Raimund Pingel dennoch das Wirken von Bernhard Lensing in besonderer, ehrenvoller Weise.

Schulz-Gadow: „Die Mitarbeiter konnten auf immer auf Bernhard Lensing zählen. Die Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen im Roten Kreuz waren für ihn die bevorzugten Personen seiner beruflichen Tätigkeit. Zielstrebigkeit, Ideenreichtum, Freundlichkeit, ein gewisser rheinischer Witz und Humor sowie menschliche Wärme zeichnen Bernhard Lensing aus.“

Er habe als „Baumeister“ stetig mit großer Beharrlichkeit den Neubau des Rotkreuz-Zentrums vorangetrieben, sonst wäre das Projekt vermutlich nicht realisiert worden. „Seinem Einsatz, seiner Überzeugungskraft und seinem Engagement ist es zu verdanken, dass das Rote Kreuz im Kreis Borken nun in ein neues angenehmes, für die Zukunft unserer Arbeit gerüstetes Gebäude einziehen konnte.“

Das DRK sei Bernhard Lensing zu großem Dank verpflichtet: „Sie haben innerhalb 22 Jahren Großes für das DRK geleistet.“ Der Kreisverband danke für Tatkraft und Engagement, für eine angenehme, unkomplizierte Zusammenarbeit, für die vielen Ideen, für die soziale Arbeit im Roten Kreuz und für seine ausgeprägte Menschlichkeit.

Ehrenvorsitzender Raimund Pingel, insgesamt 32 Jahre Vorsitzender und 20 Jahre zusammen mit Lensing beim DRK, erinnerte an die Anfänge: „Es war eine mutige, vielleicht sogar riskante Entscheidung: Ein pädagogischer Mitarbeiter der Akademie Klausenhof, Diplom-Volkswirt, aus landwirtschaftlichem Betrieb zwar, aber dennoch ohne den richtigen, den DRK-Stallgeruch, wird Projektleiter bei einer Einrichtung des DRK-Kreisverbandes Borken.“ Damals und später habe er sich ideenvoll und mit großem Elan in die Arbeit gestürzt, zunächst in den Aufbau eines DRK-Jugendhofes.

Mit Arbeitslosen, oft benachteiligten Jugendlichen zu arbeiten, ihnen die Grundlagen für einen Berufseinstieg, die Motivation für einen Ausbildungsgang zu vermitteln, sie vor Dauerarbeitslosigkeit zu schützen und ihnen so Lebensperspektiven zu eröffnen, das sei neu und mutig gewesen, aber erfolgreich.

Systematisch habe Bernhard Lensing diese Aufgabe zusammen mit dem damaligen Kreisgeschäftsführer, Fritz Ernst, und mit der Unterstützung von Arbeitsverwaltung und Kreissozialamt ausgebaut und dabei die Strukturen eines Bildungsträgers geschaffen, der von der einfachsten Heranführung an Gartenarbeit im Ökohof bis zur anspruchsvollen Qualifikation, verbunden mit betreutem Wohnen für Jugendliche, ein breites Spektrum von Maßnahmen angeboten habe. Diese Arbeit hat letztlich nachweisbar dazu beigetragen, dass die hohe Zahl, der damals arbeits- und perspektivlosen Jugendlichen im Kreis Borken auf den niedrigsten Prozentsatz im Münsterland gesenkt werden konnte, sagte Pingel.

Der Umbau der ehemaligen Schule Gemen-Wirthe mit Unterrichtsräumen, Unterkunftsmöglichkeiten und eigener Lehrküche, einem Bio- und Kräutergarten, Kompostplatz und der für eingeweihte schon legendäre Bau des „Bio-Doms“, der schon die „Bauzeit des Kölner Domes zu übertreffen drohte“, bemerkte der Laudator süffisant – auch er wurde fertig gestellt und integriert in ein gewöhnungsbedürftiges Gesamtprogramm.

1993 sei Lensing Geschäftsführer Jugendhof GmbH geworden. Mit Hilfe vieler Zuschussgeber konnte das Projekt verwirklicht werden, obwohl auch schon damals der Zufluss von Mitteln aus der Bundesanstalt für Arbeit unsicher und schwer kalkulierbar geworden war. Mit nüchterner Kalkulation und der nachhaltig energischen Ansprache von Stiftungen und anderen Förderern konnten die Arbeitsfelder Weiterbildung, Qualifizierung und Beschäftigung bedeutsam ausgebaut werden. Für Bernhard Lensing, so Raimund Pingel, „war es – so erscheint es mir heute – bewusst, dass Gesellenstück vor dem Großvorhaben DRK-Zentrum.“ Eine Sozialstation und der Integrationsfachdienst folgen.

Im Jahre 1999 übernahm Bernhard Lensing auch die Geschäftsführung im DRK-Kreisverband Borken und damit übergreifende Verantwortung für das DRK-Geschehen im Kreis.

Dem ausgeschiedenen Kreisgeschäftsführer sei es wesentlich mitzudanken, dass es gelungen sei, den notwendigen Ausbau des ursprünglich bescheidenen familiären Betriebes DRK-Kreisverband zu einem gesunden mittelständischen Unternehmen erfolgreich zu gestalten und dafür die Mitarbeiter zu motivieren und mitzunehmen. Er hat dabei auch gelernt, dem Ehrenamt seinen gebührenden Platz zu geben. Lensing habe es in seiner 22-jährigen Arbeit geschafft, den DRK-Kreisverband zu dem zu machen, was es heute sei: ein kompetenter Ansprechpartner mit breitem Angebot. Raimund Pingel: „Das Ansehen des DRK im Kreise Borken, aber auch seine Stellung innerhalb des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe bis zum Generalsekretariat sprechen eine deutliche Sprache.“

Landesverbandspräsident Dr. Jörg Twenhöven überreichte schließlich dem Scheidenden im Beisein seiner Ehefrau Barbara und den Kindern Clara und Nele den selten verliehenen DRK-Verdienstorden.
 

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